Fenster richtig sichern

Fenster richtig sichern

20. März 2024 / Andreas Kirchner

Was ist bei der Fenstersicherung wirklich zu empfehlen

Zu den wichtigsten Punkten im Hinblick auf den Einbruchschutz gehören die Fenster. Je nach Risikoklasse und Gefährdung lohnt es sich, die Fenster zusätzlich zu sichern. Schließlich suchen sich die Einbrecher die schwächsten Stellen an einem Haus, um sich Zugriff zu einem Objekt zu verschaffen. Es lohnt sich, genauer hin zu sehen und einen Blick auf alle Fenster vom Keller bis zum Dachgeschoss zu werfen.

Warum sollte ich meine Fenster sichern?

Hätten Sie geahnt, dass die Fenster und die Terrassentür die Haupteinstiegsöffnungen bei den Einbrüchen sind? Ein geübter Einbrecher braucht eigentlich nur einen normalen Schraubenzieher und öffnet damit in wenigen Sekunden ein Fenster. Von daher sollten Sie jedes Fenster in Ihrem Haus mit der modernsten Sicherungstechnik ausstatten. Damit ließen sich deutschlandweit die Hälfte aller Einbrüche verhindern.

Wie kann ich meine Fenster sichern?

Es bieten sich mehrere Möglichkeiten, um die Fenster vor Einbrechern zu sichern. Zum einen können Sie die Einbruchsicherung direkt bei dem Neubau integrieren und zum anderen später nachrüsten. Am unsichersten ist ein aufgerissenes oder offenes sowie angeklapptes Fenster. Das ist eine echte Einladung für Fremde, um in Ihr Haus oder in die Wohnung zu gelangen. Tatsächlich vergessen es immer noch sehr viele, die angekippten Fenster zu schließen. Die Fenster sollte nach Verlassen des Hauses immer vollständig geschlossen werden. Das gilt auch wenn Sie nur kurz nicht anwesend sind. Selbst ein angekipptes Fenster ist für einen findigen Einbrecher kein großes Hindernis.

Die Türen zum Balkon und zur Terrasse sollten immer geschlossen bleiben. Auch darüber können sich andere schnell Zugang zur Wohnung verschaffen. Am Abend sollten Sie die Rollläden ganz herunterlassen und diese erst am Tag wieder öffnen. Wenn Sie diese Routinen aber tagtäglich zur selben Zeit wiederholen, geben Sie Einbrechern damit ein Signal, dass Sie einmal nicht zu Hause sind, wenn Sie von dieser Routine abweichen. Von daher ist es nicht immer empfehlenswert, sich an diese festen Zeiten zu halten.

Die Fenstergriffe und die Fensterbeschläge

Wenn Sie zusätzliche Sicherungssysteme später nachrüsten, bietet sich das durch sichere und einbruchhemmende Fensterbeschläge an. Diese lassen sich zum Beispiel mit einem abschließbaren Fenstergriff kombinieren. Die normalen Fensterbeschläge, die bei den meisten Objekten verbaut sind, schützen gegen die äußeren Witterungen, halten aber keinen Einbrecher ab. Empfehlenswert ist die Pilzkopfverriegelung. Es handelt sich hierbei um einen einbruchshemmenden Fensterbeschlag. Mit dieser speziellen Verriegelung ließe sich ein Fenster viel schwerer aufhebeln. Deshalb sollten Sie überlegen, ob Sie die Beschläge bei Ihren Fenstern gerade im Erdgeschoss oder direkt an der Terrasse nachrüsten lassen.

Grundsätzlich sollten Sie mehrere Sicherungssysteme miteinander kombinieren. In einigen Fällen reicht es nämlich nicht aus, einfach nur die Fenster abzuschließen. Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für ein Zusatzschloss für die Fenster. Am besten lassen Sie sich fachmännisch beraten, denn eine pauschale Antwort, welche Schlösser oder Sicherungssysteme gerade zu Ihren Fenstern passen, lässt sich auf Distanz oftmals nicht fehlen.

Sollten Sie Gitter an den Fenstern anbringen?

Wollen Sie am Haus einige Fenster dauerhaft angekippt lassen, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, ob Sie Gitter an den Fronten anbringen. Fachmännisch angebracht sehen Sie nicht nur schön aus, sie lassen sich auch nicht so einfach demontieren. Entscheidend sind die Abstände zwischen den Stäben der Gitter. Wenn sie zu weit auseinander stehen, könnten die Einbrecher trotzdem dazwischen gelangen. Deshalb sollte ein maximaler Abstand von 12 cm zwischen den Stäben bleiben. Gleichzeitig ist es notwendig, die Gitterstäbe möglich robust aus zu wählen. Andernfalls können Einbrecher mit einem einfachen Werkzeug die dünnen Stäbe knacken. Die optimale Stärke der Stäbe beginnt bei 18 mm.



Es empfiehlt sich, die Gitter der Fenster direkt an den Baukörpern zu montieren. So verhindern Sie dass irgendjemand die Gitter dann nachträglich abbaut. Sie sollten also fest mit dem Fensterrahmen verankert sein. Von daher empfiehlt es sich den Anbau und die Auswahl der Gitter einem Fachmann zu überlassen, der sich mit den Gepflogenheiten ganz genau auskennt.

So sichern Sie die Fenster im Keller gegen Einbrecher

Besonders gefährdet bei Einbrüchen sind die Kellerfenster, denn sie sind oftmals nicht extra gesichert und auch nicht gut einsehbar. Deshalb sollten Sie so befestigt werden, dass sich die Kellerfenster nicht vollständig öffnen lassen. Zum Teil lassen Sie die Kellerfenster einfach direkt in das Mauerwerk ein. Darüber hinaus können Sie die Fenster mit zusätzlichen Schlössern schützen. Empfehlenswert für einen zusätzlichen Einbruchsschutz sind zum Beispiel Riegelstangen.

Eine besondere Gefahr droht durch einen Keller-Lichtschacht. Nahezu unbemerkt von den Blicken anderer können die Einbrecher durch diesen Lichtschacht direkt in die Wohnung eindringen. Von daher sollten Sie unbedingt eine Rollenrostsicherung an dem Lichtschacht anbringen. Ebenso hilfreich sind stahlarmierte Glasbetonsteine.

So gehen Sie beim Neubau auf Nummer sicher

Am einfachsten ist die moderne Einbruchsicherung bei Neubauten, denn hier können Sie von Anfang an selbst entscheiden, wie Sie Ihre Fenster sichern. Die oben genannten Maßnahmen können Sie direkt in die Bauplanung mit einfließen lassen. Heute gibt es schon moderne Fenster, die einbruchshemmend angefertigt sind. Sie schützen das Haus in besonderem Maße. Werfen Sie also beim Kauf der Fenster unbedingt einen Blick auf die Einbruchsicherheit, die strikten EU Normen gerecht werden muss.

Sie sollten die Fenster am besten von einem Fachmann einbauen lassen, andernfalls könnte ein einfacher Fehler die Gefahr für einen Einbruch eklatant erhöhen. Die Widerstandsklasse RC2 ist mindestens empfehlenswert, wenn Sie sich für neue Fenster entscheiden. Wer auf Nummer sicher geht, wählt die Widerstandsklasse RC6. Sie müssen dann aber auch mit einem höheren Anschaffungspreis der Fenster rechnen.

Fenster sichern und Haus sichern

Wir können Ihnen nur ans Herz legen, direkt Ihre Fenster zu überprüfen. Oftmals können Sie mit einem Fachmann sehr schnell herausfinden, wo die Schwachstellen am Haus liegen. Die meisten sehr alten Fenster verfügen nicht über einen zusätzlichen Einbruchschutz. Sie können innerhalb weniger Augenblicke ausgehebelt werden.

Aus diesem Grund sollten Sie sich überlegen einen zusätzlichen Einbruchsschutz direkt an den Fenstern anzubringen. Dazu gehören unter anderem ein Fensterstangenschloss, ein Doppelflügelschloss sowie abschließbare Fenstergitter und angriffssichere Fensterfolie sowie Fensterzahlenschlösser. Investieren Sie in die Sicherheit Ihres Hauses und fangen Sie direkt an den Fenstern an. In wenigen Handgriffen können Sie für ein bezahlbares Budget die alten Fenster einbruchsicher machen.

Andreas Kirchner
Andreas Kirchner ist Herausgeber des Magazins ratgeber-sicherheit.info. Auf unserer Seite stellen wir Ihnen alle relevaten Themen rund um die Sicherheit im Haus, Ihres Kindes, während der Reisen und vielen weiteren Themen vor.

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