Außentüren sichern

Außentüren sichern

19. Mai 2024 / Andreas Kirchner

Wie sie die Außentüren sichern

Wer in ein Haus oder in eine Wohnung kommen möchte, verschafft sich häufig Zutritt durch die Außentüren. Von daher gehört es zu den elementaren Aufgaben im Einbruchschutz, zunächst einmal die Außentüren zu sichern. Oftmals sind die Hausbesitzer erstaunt, wie unsicher ihre Haustüren eigentlich sind. Die Fähigkeiten der Einbrecher und die Werkzeuge haben sich in den letzten Jahren verbessert, von daher sollten alte Haustüren aufgerüstet werden. Sie bergen in sich ein enormes Gefahrenpotenzial. Oftmals dauert es nur ein paar Augenblicke, bis ein erfahrener Einbrecher das Türschloss geknackt hat und sich somit durch die Eingangstür Zutritt zum Objekt verschafft.

Die herkömmlichen Haustüren und Außentüren bieten oftmals keinen Einbruchschutz. Statistiken zufolge wird 267 Mal jeden Tag in Häuser und Wohnungen eingebrochen. In den meisten Fällen steigen die Einbrecher durch die Terrassentür und die Fenster ein. Doch die Haustür und die Außentüren sind ebenfalls nicht vor der Zerstörung gefeit. Häufig werden die Türen allein durch den Einsatz körperlicher Gewalt aufgebrochen. Laut Polizei gibt es aber mittlerweile einfache Werkzeuge, die den Einbruch ermöglichen. Deshalb können Sie heute Türen kaufen, die wirkungsvoll gegen die Gefahren der Einbrüche entwickelt wurden.

Aber auch für die bestehenden Haustüren können Sie den Einbruchsschutz nachrüsten. Wer seine Außentüren sichern möchte, kann zusätzliche Schließsysteme und Sicherungen anbringen lassen. Die Nachrüstungen werden zum Beispiel an den Türbändern, den Türschlössern, den Türblättern oder an den Türrahmen installiert. Dazu gehören unter anderem Zusatzsicherungen, Beschläge und Schließbleche. Im Prinzip spielt es keine Rolle, für welche Sicherungssysteme Sie sich im Endeffekt entscheiden. Für die Installation und die Überprüfung sollten Sie immer einen Fachmann zu Rate ziehen. Die Experten der polizeilichen Beratung empfehlen Haus- und Wohnungsbesitzern die Nachrüstungen überprüfen zu lassen. Nicht in jedem Fall sind die Schließsysteme für das eigene Objekte eignet.

Außentüren sichern mit Panzerriegelschloss

Unabhängig von der Türart ist es bei fast allen Außentüren möglich, ein Querriegelschloss anzubringen. Durch den Querriegel oder den Panzerriegel lassen sich die Haustüren so gut wie nicht aufbrechen. Schließlich verlaufen diese Querriegelschlösser über die gesamte Breite der Außentüren. Damit verleihen Sie der Tür zusätzliche Stabilität geben den Einbruchschutz und sichern zudem das Schloss und die gesamten Seiten. Insbesondere die massiven Verriegelungen verhindern, dass sich die Türen einfach aufbrechen lassen. In den meisten Fällen werden Panzerriegel Schlösser direkt auf die Außentüren installiert. Für einen zusätzlichen Halt können Riegel sorgen, die Sie mit dem Mauerwerk verankern. Die Panzerriegel Schlösser kosten häufig um die 150 Euro. Sie sollten die Schließsysteme von einem Fachmann montieren lassen. Beim Kauf sollten Sie auf die Einhaltung der Norm DIN 18104 Teil 1 achten.

Häufig können Sie ein Türzusatzschloss problemlos nachrüsten. Es verfügt über einen Sperrbügel, über den die Einbrecher nicht in das Innere übergreifen können. Dennoch lässt sich die Tür von innen einen Spalt breit öffnen. Das Türzusatzschloss wird durch einen Fachmann auf das Türblatt oder den Türrahmen montiert. Im Vergleich zum Panzerriegelschloss sind die Türzusatzschlösser deutlich günstiger. Sie kosten ungefähr 40 Euro. Beim Kauf sollten Sie auf die Zertifizierung DIN 18104 achten. Nur diese Schlösser gewährleisten eine umfassende Sicherheit für die Außentüren.

Schließbleche und Schließzylinder für die Außentüren

Für die Außentüren bietet sich ein zusätzlicher Sicherheitsbeschlag an. Dieser gewährleistet einen umfassenden Einbruchschutz rund um das Haus. Zum Beispiel schützt dieser Beschlag ein Einsteckschloss vor gewalttätige Einwirkung. Mittlerweile empfiehlt die Polizei so genannte Sicherheitsbeschläge mit der Zertifizierung der EN DIN 18257. Sie entsprechen der Widerstandsklasse ES1 & ES2 sowie S3. In der Produktbeschreibung können Sie die Zugbelastung herausfinden, die bei 2,5 t liegt.

Sie befestigen die Schließbleche direkt in der Türzage. Die Zarge befindet sich im Türrahmen. Die Sicherheitsschließbleche verfügen über eine zusätzliche Panzerung gegen einen verstärkten Schutz gegen Gewalteinwirkung. Im Prinzip kann nur ein Fachmann einschätzen, welches Schließsystem am besten zu der Außentür oder Haustür passt. Es empfiehlt sich für mehr Sicherheit die Bleche mit langen festen Schrauben im Mauerwerk zu verankern. Das bietet einen umfassenden Schutz gegen Einbrüche.

Hat die Außentür ein Einsteckschloss?

Dann sollte es über eine Mehrfachverriegelung verfügen. Sie können diese Schlösser nämlich nicht durch einen gefälschten oder überarbeiteten Schlüssel überlisten. Selbst bei Gewalteinwirkung geben diese Einsteckschlösser nicht so schnell nach. Sie leisten lange Widerstand. Die Polizei empfiehlt die Schlösser nach den Vorgaben der EN DIN 18251. Zusätzlich können Sie die Schlösser mithilfe von Wänden und Scharniere direkt an der Haustür sichern. So können die Einbrecher die Türen nicht aufheben. Auch hier sollte eine Überprüfung und Zertifizierung erfolgen nach den Vorgaben der DIN 18104.

Werfen Sie einen Blick auf die Türblätter der Außentüren. Hier ergeben sich weitere Schwachstellen. Sind die Türblätter zu schwach, sollten sie nach den Vorgaben der Polizei verstärkt werden. Andernfalls bietet die Tür einen zu geringen Einbruchschutz. Die Profis empfehlen Türblätter mit einer Stärke von mindestens 40 mm.

Was kostet der Einbruchschutz der Außentüren?

Tatsächlich können Sie die Maßnahmen im Hinblick auf die Sicherung der Außentüren von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, fördern lassen. Das trifft darauf zu, wenn Sie den Einbruchschutz im Nachhinein an der Haustür anbringen. Werfen Sie einen Blick auf die Vorgaben aus dem Programm KfW 455. Den Ausführungen können Sie entnehmen, welche Ausgaben förderfähig sind. Eigentümer, aber auch Mieter können einen Zuschuss von bis zu 1600 Euro bekommen, wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen. In einigen Fällen empfiehlt es sich, vorab einen Gutachter in das Objekt zu holen. Diese können einschätzen, ob die Bedingungen für die Förderung gegeben sind.

Die optimalen Außentüren für einen Rundum-Einbruchschutz

Wenn Sie sich ohnehin mit dem Gedanken tragen, neue Außentüren anzuschaffen, sollten diese den Anforderungen der DIN EN1627 im Hinblick auf den Einbruchschutz gerecht werden. Gleichzeitig sollte die neue Tür der Widerstandsklasse RC2 entsprechen. Haben Sie besonders wertvolle Gegenstände und Schmuckstücke im Haus, sind Außentüren der Widerstandsklasse RC3 empfehlenswert.

Auf Wunsch können Sie einen Experten ins Haus holen, der die Außentür auf Herz und Nieren im Hinblick auf die Konstruktion, die Widerstandskraft und die Sicherheit überprüft. Auf diese Weise stellen Sie in wenigen Augenblicken fest, wo aktuell an Ihrem Haus oder Objekt noch Handlungsbedarf besteht. Doch Achtung, eine einbruchsichere moderne Außentür ist nicht gerade günstig. Geprüfte Sicherheit schlägt mit ungefähr 1000 Euro zu Buche. Hier fehlen noch die Montagekosten für den Einbau. Planen Sie diese unbedingt für einen Fachmann mit ein. Denn oftmals entstehen große Sicherheitslücken, wenn Privatperson die Montage vornehmen und hier Fehler machen.

Einfache Tipps und Hinweise zur Sicherung der Außentüren

  • Schließen Sie die Türen am Haus immer zweimal ab und ziehen Sie niemals einfach nur das Schloss hinter sich zu.
  • Hinterlegen Sie weder den Haus- noch den Wohnungsschlüssel auf dem Grundstück. Sicherheitshalber sollten Sie diesen bei Freunden, Bekannten oder beim Nachbarn abgeben.
  • Geht ein Schlüssel verloren, sollte der Schließzylinder ausgewechselt werden.
  • Hat die Außentür eine Glasfüllung, lassen Sie niemals innen den Schlüssel stecken. Die Einbrecher könnten den so genannten Glasdurchbruch vollziehen und dann durch dieses Loch die Innentür aufschließen.
  • Wenn Sie schon eine einbruchsichere Außentür installiert haben, vergessen Sie niemals die Fenster, die immer geschlossen bleiben, wenn Sie nicht im Haus sind.

Wie verbessern Sie den Einbruchschutz an den Außentüren?

Bedenken Sie, dass jede Minute und Sekunde, die ein Einbrecher länger mit einer Außentür beschäftigt ist, die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der Einbruch vollzogen wird. Von daher orientiert sich der Einbruchschutz der Außentüren und Haustüren vor allen Dingen daran, es den Einbrechern so schwer wie möglich zu machen. Einen 100-prozentigen Einbruchschutz wird es niemals geben.

Andreas Kirchner
Andreas Kirchner ist Herausgeber des Magazins ratgeber-sicherheit.info. Auf unserer Seite stellen wir Ihnen alle relevaten Themen rund um die Sicherheit im Haus, Ihres Kindes, während der Reisen und vielen weiteren Themen vor.

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